2018
wettbewerb

Hirtenweg

wohnungsbau Basel
Schweiz

Markante Böschungen heben das Grundstück Hirtenweg von der Hörnliallee ab. Sie machen das kleine Plateau zur geschützten und doch offenen Insel. Auf dieser Insel finden sich heute verschiedene „Wohnbiotope“. Die charmante Kleinteiligkeit der Bauten im Norden mit ihren in unterschiedlicher Intensität genutzten Gärten, die strengen Wohnbauten aus den späten 70ern mit dem zentralen Wiesenplatz und schliesslich der idyllische Gemeinschaftsgarten im Süden des Areals sind jeweils eigene Welten, die von Baumgruppen und prachtvollen Einzelbäumen durchwebt sind und so miteinander verbunden werden.


Mit der vorgeschlagenen Bebauung werden vorgefundene Qualitäten – wohnlicher Massstab, durchgrüntes Umfeld, nachbarschaftliche Nutzungen - in eine neue, dichtere Struktur überführt und weiterentwickelt. Die Setzung der drei Bauten ergibt sich aus der Überschneidung von Abstandsflächen, dem Erhalt prägender Baumgruppen, optimaler Orientierung der Wohnungen, rationaler Erschliessungstypologie, der Nutzung bestehender Untergeschosse und der vorgeschlagenen Etappierung. Die momentan vorherrschenden Rasenflächen werden durch einen stärker gegliederten und variantenreichen Landschaftsraum ersetzt der vielfältige Möglichkeiten der Aneignung bietet.


Lebendige Wiesen und Alter Baumbestand
Es sind magere, wertvolle Wiesen an den Böschungen und ein alter Baumbestand die den Ort prägen. Diese einfache und doch so lebendige Welt wird als räumliche Grunddisposition und verbindendes aussenräumliches Thema in die Zukunft der Bebauung getragen.

Bauliche Elemente und Bodenbeläge ordnen sich in die Wiesenwelt ein. An den Hauptzugängen zur Siedlung, am Hirtenweg und der Hörnliallee führen flache, leicht eingesenkte Hohlwege unter Bäumen auf das Plateau. Die Hohlwege und die Haupterschliessung sind befahrbar als farbloser, grobkörniger Honigasphalt angelegt, sie gehen ohne Randabschluss in Kiesstreifen über von denen aus sich der Bewuchs unregelmässig verdichtet. Nebenwege und Plätze sind Kiesflächen, die gleichfalls nahtlos in Grünflächen übergehen. Kleine Kiesplätze im Anschluss an die Loggias – von dort über einen Tritt zu erreichen – können von den Bewohnern des Erdgeschosses in Anspruch genommen werden.


Gemeinschaft und Rückzug
Dichtes Wohnen verlangt nach einer sorgfältigen Abstimmung von lebendiger Gemeinschaft und privatem Rückzug auf begrenztem Raum. Die Neubauten reagieren auf diesen Anspruch mit der klaren Zuordnung von öffentlichem und privatem Raum, belebten Erschliessungsbereichen und Rückzugsmöglichkeiten im Innen- und Aussenraum.


Die Wohnungen können auf verschiedene Art interpretiert werden und lassen sich unterschiedlichen Wohnformen und langfristigen Bedürfnisänderungen anpassen; in Abhängigkeit von der Bewohnerdichte können Privaträume den Wohnbereichen mehr oder minder direkt angeschlossen werden. Wenngleich sehr ökonomisch geschnitten, bieten die Wohnungen durch Sichtbeziehungen und flexible Raumnutzung eine grosszügige Wohnsituation. Loggien, von verschiedenen Zimmern betretbar, komplettieren das Angebot an individuell nutzbarem Aussenraum.